Über die Scheunenkirche

Die Wilmersdorfer Scheunenkirche wurde 1936 fertiggestellt. Sie ist eine Antwort auf die Politik ihrer Zeit und kann als passiver Widerstand gesehen werden. Ursprünglich wurde 1935 ein Bauantrag für eine Dorfkirche gestellt, der abgelehnt wurde. Ein interessanter Zusammenhang: Im Jahr zuvor war die Dorfkirche in Stolpe/Oder gesprengt worden – ein Ersatzbauwerk wurde nicht zugelassen.

Aus der Situation heraus wurde die nicht mehr genutzte Scheune der Wilmersdorfer Guts-Försterei umgewidmet und zu einer Kirche mit Leichenraum umgebaut. Die Ausmalung des Kirchenraums stammt vom Angermünder Maler Erich Kistenmacher.

Die ursprüngliche Scheune wurde höchst wahrscheinlich um 1840 errichtet. Sie gehört zum Ensemble mit dem nebenstehenden Försterhaus. Die Scheunenkirche wird heute für Gottesdienste und Dorfveranstaltungen genutzt. Nutzung und Erhalt geschehen Denkmal-gerecht.

Umgebaut wurde die Kirche als Patronatskirche vom Gutsherrn Alexander von Buch und seiner Gemahlin, Anna, geborene von Kessel. Nach der Enteignung im Jahr 1945 war der Rat der Gemeinde Wilmersdorf Eigentümer. Anfang des 21. Jh. erwarb die Kirchengemeinde das Gebäude als Kirche. Es befindet sich heute im Eigentum der Gesamtkirchengemeinde Angermünder Land.